Im Süden scheint nicht nur häufiger die Sonne Deutschland erhält im Jahresdurchschnitt deutlich weniger Sonnenstrahlung als Südspanien, Italien, Griechenland oder der Süden Portugals. Während die jährliche Globalstrahlung in Deutschland im Durchschnitt ungefähr 1.100 Kilowattstunden pro Quadratmeter beträgt, werden in Südspanien häufig Werte zwischen etwa 1.750 und 1.950 Kilowattstunden erreicht. Im besonders sonnenreichen Süden Portugals können es sogar ungefähr 2.000 Kilowattstunden pro Quadratmeter sein. Vereinfacht bedeutet das: In Südspanien, Italien, Griechenland und Südportugal kann die jährliche Sonnenenergie etwa 60 bis 80 Prozent höher sein als im deutschen Durchschnitt. Gegenüber manchen Regionen Norddeutschlands kann die Belastung örtlich sogar annähernd doppelt so hoch ausfallen. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Sonne an einem wolkenlosen Sommertag in Spanien immer doppelt so stark ist wie in Deutschland. Der große Unterschied entsteht vor allem dadurch, dass im Süden wesentlich häufiger die Sonne scheint. Außerdem steht sie über viele Monate hinweg höher am Himmel. Dadurch gibt es mehr Tage mit intensiver Strahlung und deutlich längere Zeiträume mit sehr hellem Licht. Auch die UV-Belastung ist höher Ein weiterer Unterschied zeigt sich beim UV-Index. In Deutschland kann der UV-Index im Sommer an sonnigen Tagen Werte von 7 oder 8 erreichen. In Südspanien und Portugal sind zur Mittagszeit Werte von 9, 10 oder sogar 11 möglich. Ein UV-Index von 10 bedeutet gegenüber einem UV-Index von 8 eine ungefähr 25 Prozent höhere momentane UV-Belastung. Bei einem Wert von 11 liegt sie rund 38 Prozent höher. Noch wichtiger als der einzelne Spitzenwert ist jedoch die Dauer. In Südspanien und Portugal bleibt der UV-Index über einen viel längeren Teil des Jahres hoch. Während in Deutschland besonders die Sommermonate relevant sind, können im Süden bereits das Frühjahr und noch der Herbst eine starke UV-Belastung mit sich bringen. Der UV-Index ist aber kein Makula-Index Hier ist eine wichtige Unterscheidung notwendig: Der UV-Index sagt nicht direkt aus, wie stark die Makula belastet wird. Die Hornhaut und die natürliche Augenlinse halten den größten Teil der UV-Strahlung zurück. Dadurch erreicht beim erwachsenen Auge nur ein sehr geringer Teil der UV-Strahlung die Netzhaut. Für die Makula ist deshalb nicht nur die UV-Strahlung entscheidend, sondern vor allem das sichtbare Licht. Besondere Aufmerksamkeit erhält dabei der kurzwellige blau-violette Lichtanteil. Dieses Licht besitzt mehr Energie als langwelliges rotes Licht und kann unter bestimmten Bedingungen oxidative Prozesse in der Netzhaut fördern. Die Makula verfügt jedoch über eigene Schutzmechanismen. Dazu gehören insbesondere das Makulapigment, antioxidative Enzymsysteme und die Versorgung mit schützenden Mikronährstoffen. Die tatsächliche Lichtbelastung hängt deshalb von mehreren Faktoren ab:
Wie viel mehr Licht erreicht das Auge? Als verständliche Größenordnung kann man davon ausgehen, dass die jährliche natürliche Lichtbelastung in Südspanien oder Südportugal ungefähr anderthalb- bis knapp zweimal so hoch sein kann wie in Deutschland. Das ist jedoch nur ein Durchschnittswert. Die persönliche Belastung kann erheblich stärker steigen. Wer sich in Deutschland vielleicht eine Stunde täglich draußen aufhält, im Urlaub aber fünf oder sechs Stunden am Strand, am Pool oder auf einer Terrasse verbringt, erhält möglicherweise ein Mehrfaches seiner gewohnten täglichen Lichtdosis. Dabei verstärken helle Flächen die Belastung zusätzlich. Wasser, heller Sand, weiße Hausfassaden und trockene Straßen können das Sonnenlicht stark reflektieren. Deshalb ist die Belastung nicht nur dann hoch, wenn man direkt in Richtung der Sonne schaut. Auch seitlich und von unten reflektiertes Licht kann in das Auge gelangen. Verursacht viel Sonne automatisch eine Makuladegeneration? So einfach ist der Zusammenhang nicht. Studien zeigen kein einheitliches Ergebnis. Einige Untersuchungen fanden bei hoher langfristiger Sonnenexposition ein erhöhtes Risiko für altersabhängige Makulaveränderungen. Andere Studien konnten keinen klaren direkten Zusammenhang nachweisen. Das liegt auch daran, dass viele Faktoren zusammenspielen. Dazu gehören Alter, genetische Veranlagung, Rauchen, Bluthochdruck, Ernährung, oxidativer Stress, die Dichte des Makulapigments und der bisherige Lebensstil. Entscheidend scheint daher nicht allein die Frage zu sein, wie viel Licht ein Mensch abbekommt. Ebenso wichtig ist, wie gut seine Netzhaut mit dieser Lichtbelastung umgehen kann. Ein gut versorgtes Auge besitzt mehrere Schutzsysteme Makulapigmente wie Lutein, Zeaxanthin und Astaxanthin können kurzwellige Lichtanteile teilweise filtern. Gleichzeitig wirken sie antioxidativ. Auch Omega-3-Fettsäuren, bestimmte Vitamine und Spurenelemente spielen eine Rolle bei der normalen Funktion der Netzhaut. Das bedeutet jedoch nicht, dass Nahrungsergänzungen eine Sonnenbrille ersetzen könnten. Lichtschutz und Nährstoffversorgung erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Besonders wichtig bei Drusen und Makulaveränderungen Menschen mit Drusen, einem niedrigen Makulapigment, geografischer Atrophie, starker Blendempfindlichkeit oder einer bereits bekannten Makuladegeneration sollten in sehr sonnenreichen Regionen besonders auf einen guten Lichtschutz achten. Auch nach einer Operation des Grauen Stars kann Lichtschutz bedeutsam sein Zwar besitzen moderne künstliche Linsen meist einen UV-Filter, doch die Filterwirkung im sichtbaren blau-violetten Bereich kann je nach Linsentyp unterschiedlich sein. Das Ziel besteht nicht darin, Tageslicht vollständig zu meiden. Natürliches Licht ist für den Tag-Nacht-Rhythmus, die Stimmung, den Stoffwechsel und viele andere Körperfunktionen wichtig. Es geht vielmehr darum, unnötige Lichtspitzen und lang anhaltende intensive Blendung zu reduzieren. Was eine gute Sonnenbrille leisten sollte Eine geeignete Sonnenbrille sollte einen zuverlässigen UV-400-Schutz besitzen. Das bedeutet, dass UV-Strahlung bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern weitgehend blockiert wird. Ebenso wichtig ist die Größe der Fassung. Sehr kleine oder flache Sonnenbrillen können seitlich einfallendes Licht nur unzureichend abhalten. Besser geeignet sind größere Fassungen oder leicht gewölbte Brillenformen, die das Auge auch von der Seite schützen. Eine dunkle Tönung allein sagt nichts über die Qualität des UV-Schutzes aus. Im ungünstigsten Fall erweitert sich hinter einer dunklen, aber schlecht filternden Brille die Pupille, während weiterhin UV-Strahlung in das Auge gelangt. Deshalb sollte man auf geprüfte Qualität achten. Eine Kappe oder ein Hut mit breiter Krempe kann die direkte Lichtbelastung zusätzlich deutlich verringern. Besonders am Strand, auf dem Wasser oder bei längeren Spaziergängen im hellen Sonnenlicht ist die Kombination aus Sonnenbrille und Kopfbedeckung sinnvoll. Die wichtigste Aussage für Reisende Für einen Menschen aus Deutschland ist die jährliche Sonnen- und Lichtbelastung im Süden Europas deutlich höher. Als grobe Orientierung kann man von etwa 60 bis 80 Prozent mehr jährlicher Sonnenenergie ausgehen. Die sommerliche UV-Spitzenbelastung liegt häufig etwa 25 bis 40 Prozent über typischen hohen deutschen Sommerwerten. Gleichzeitig bleibt die intensive Strahlung im Süden wesentlich länger bestehen. Für die Makula bedeutet das aber nicht automatisch eine um denselben Prozentsatz höhere Schädigung. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Aufenthaltsdauer, Reflexion, Blickrichtung, individuellem Augenstatus, antioxidativem Schutz und konsequentem Lichtschutz. Die vernünftige Schlussfolgerung lautet deshalb: Sonne bewusst nutzen und die Augen von außen wie von innen intelligent schützen. Gerade Menschen mit Makulaveränderungen sollten im Süden Europas eine hochwertige Sonnenbrille nicht nur als Modeaccessoire betrachten. Ein zuverlässiger UV-400-Schutz, eine ausreichend große Fassung und gegebenenfalls eine Kopfbedeckung helfen dabei, direkte und seitlich einfallende Strahlung sowie starke Blendung zu reduzieren. Ebenso wichtig ist der innere Schutz Dazu gehört eine gute Versorgung mit Lutein, Zeaxanthin und weiteren antioxidativ wirksamen Nährstoffen. Diese Stoffe unterstützen das natürliche Makulapigment und tragen dazu bei, lichtbedingten oxidativen Stress besser abzufangen. Eine ausgewogene Ernährung, ein gesunder Stoffwechsel, der Verzicht auf Rauchen und bei Bedarf eine gezielte Ergänzung können diesen körpereigenen Schutz sinnvoll unterstützen. Wenn Sie hier eine gute Produktberatung wünschen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf - wir helfen Ihnen dabei, im Dschungel der Nahrungsergänzungen die qualitativ richtige Entscheidung zu treffen. Denn mehr Sonne bedeutet auch mehr Licht. Und je empfindlicher die Makula bereits ist, desto wichtiger ist es, unnötige Lichtbelastungen zu verringern und gleichzeitig die natürlichen Schutzsysteme des Auges zu stärken. So entsteht ein ganzheitlicher Augenschutz: äußerer Schutz durch Sonnenbrille und Schatten – innerer Schutz durch Makulapigment, Antioxidanzien und eine gute Nährstoffversorgung. Das Ziel ist nicht, das Tageslicht zu fürchten, sondern es bewusst zu genießen – mit gut geschützten Augen und einer möglichst widerstandsfähigen Makula. UV-Index in Europa - Sonntag 19. Juli 2026, 11:36 Uhr Deutlich zu sehen, wie hoch die UV-Belastung in den südlicheren Ländern gegenüber Deutschland ist
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AutorenHorst Altenfeld Archives
Oktober 2026
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